REGLEMENTIERUNG

GESCHICHTE

RAFTING ist eine neue Sportart. Es begann 1950 im Colorado und parallel in der UdSSR. Es wurde in Frankreich und  in der Schweiz 1980 eingeführt.

Um ein Raft zu manövrieren sind eine Crew und ein Kapitän erforderlich: Letzterer ist  der „GUIDE“.
Der Guide ist für seine Crew verantwortlich. Er ist ein Fachmann.

Die Rafting-Guide-Trainings begannen in der Schweiz mit der Einführung von Rafting im Rahmen von Jugend + Sport um 1990. 1991 veröffentlicht das Bundesamt für Sport BASPO das „Manual River Rafting Monitor“.

Das Feld wird professionell; kommerzielle Unternehmen werden gegründet, die die Ausbildung von professionellen Führern erfordern.

 

Im Jahr 1997 wurde die INTERNATIONAL RAFTING FEDERATION (IRF) als weltweit führende Dachorganization  anerkannt, und im August 1999 ein von allen anerkanntes Zertifizierungssystem geschaffen, das die weltweite Anerkennung von Guides ermöglicht.

Dieses Bedürfnis nach Professionalität besteht auch in der Schweiz.

 Im Mai 1999 hat der Tourismusverband des Berner Oberland in Zusammenarbeit mit den Kantonen Bern, Wallis, Graubünden und 13 Unternehmen der Branche, darunter RAFT ENTREPRISE (welches unter dem Namen RAFTING.CH Gründer der SWISS RAFTING FEDERATION wird),  die „Ausbildungsrichlinien Riverrafting (ARL Riverrafting) erstellt. Sein Autor Bruno SCHEIDEGGER übernimmt fast vollständig die Vorschriften des International Rafting Federation IRF, sodass das schweizerische und das IRF System ein und dasselbe sind.

Siebenundzwanzigster Juli 1999, Canyoning-Unfall in der Saxetbach-Schlucht, Kanton Bern, 21 Tote.

Eine strengere Regelung wird notwendig. Zwei Verbände werden geboren:
– Der Schweizer Canyoning Verband (CSV)
– Die Swiss Outdoor Association (SOA)
sowie eine Arbeitsgruppe bestehend aus BASPO, Canyoning-Förderer, Bergführerverband, BFU und einem Rechtsberater. Diese legen die RichtlinieCSVn für Canyoning-Organisatoren und die Ausbildung von Canyoning-Guides fest.

Gleichzeitig wird von der Swiss Outdoor Association eine Arbeitsgruppe „RAFTING“ gebildet. Hanny und Michel Weber vertreten „Raft Entreprise“. Im Juli 2001 veröffentlicht die SOA die „AUSBILDUNGSRICHTLINIEN RAFTGUIDE SOA“. Der Autor ist wieder Bruno Scheidegger und der Text entspricht den internationalen Empfehlungen deR IRF.

Seit  2000 und Jahr für Jahr bis heute veröffentlicht Raft Entreprise, später unter dem neuen Namen „RAFTING.CH“ ein Handbuch „Ausbildungskurs für professionelle Raft-Guides“ und erstellt ein „GUIDE AUSBILDUNGSZENTER“ in Genf.

2003; Gründung der Stiftung Safety in adventures und Einführung des Qualitätslabel „Safety in adventures“.

Sitzung unseres Verband mit dm  BASPO am 20. Dezember 2006 und Auflösung der „überverbandlichen Fachkommission Rafting üFako“. Die Swiss Rafting Federation übernimmt alle Bestimmungen, zu denen sie aktiv beigetragen hat, und erstellt seine „KOMMISSION-RAFTING SRF KomRaft“, die für das Update verantwortlich ist.

Anfang 2019 und wie wir es erfordert haben, Aufhebung von Safety in adventures und deren Sia Experten Kommission. Übernahme sämtlicher Rechtsvorschriften zum Risikosport, einschliesslich Rafting, durch das Bundesamt für Sport BASPO.

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RICHTLINIEN FÜR RAFTING 2019

1. Als Rafting bezeichnt man das Befahren von Fliessgewässern mit amtlich geprüften Schlauch­booten, die mehreren Personen (mind. 2 nebeneinander) Platz bieten.

Wegen der Schwierigkeit, ein Floss zu lenken, ist seine Verwendung im Fluss verboten. Die Verwendung eines Flosses ist nur in ruhigen Gewässern erlaubt.

2. Zweck der Richtlinien
         Die Richtlinien legen die Anforderungen für die Durchführung von kom­merziellen Rafting-Touren fest und regeln die Ausbildung von haupt- und nebenberuflich tätigen Rafting-Führern verschie­dener Stufen. Sie ordnen den Umgang mit Natur und Umwelt.

         Die Richtlinien schaffen damit auch für nicht geschulte Touristen die Möglichkeit, Rafting richtig ausgerüstet unter kundiger Leitung und in geordnetem Rahmen mit grösstmöglicher Sicherheit zu betreiben.

         Die in diesen Richtlinien verwendeten Begriffe wie Leiter, Führer, Guide, Veran­stalter usw. umfassen jeweils die Personen beider Geschlechter.

  1. Einteilung der Rafting-Touren nach Schwierigkeits­graden

3.1    Wildwasser-Touren werden wie folgt nach Schwierigkeitsgraden ein­gestuft (gemäss Anhang 3 der Verordnung über Risikoaktivitäten 2019)

Stufen:

Stufe 1                unschwierig
Stufe 2                mässig schwierig
Stufe 3                schwierig
Stufe 4                sehr schwierig
Stufe 5                äusserst schwierig
Stufe 6                Grenze der Befahrbarkeit (für Rafts unfahrbar)

3.2    Der Einteilung nach Schwierigkeitsgraden liegen normale Verhältnisse zu Grunde. Verstärkte Wasserführung wie beispielsweise bei Schnee­schmelze, Gewittern oder Staubeckenentleerungen können den Schwie­rigkeitsgrad binnen kürzester Frist wesentlich verändern.

  1. Aus- und Weiterbildung von Rafting-Führern

4.1    Es werden folgende Ausbildungen von Rafting-Führern unter­schieden:

River Rafting Guide level 2 Darf in Konvoi unter der Verantwortung eines Trip Leader level 2, 3, 4 oder 5 bis Klasse 2 führen.
River Rafting Guide level 3 Darf im Konvoi unter der
Verantwortung eines Trip Leader level 3, 4 oder 5 bis Klasse 3 führen.
Modul RG3: clic here
Anforderungsprofil RG3: clic here
River Rafting Guide level 4 Darf im Konvoi unter der Verantwortung eines Trip Leader 4 oder 5 bis Klasse 4 führen.
River Rafting Guide level 5 Darf im Konvoi unter der Verantwortung eines Trip Leader 5 führen.
River Rafting Trip Leader level 2 Darf einen Raftingtrip vorbereiten und einen Konvoi bis Klasse 2 übernehmen.
River Rafting Trip Leader level 3 Darf einen Raftingtrip vorbereiten und einen Konvoi bis Klasse 3 übernehmen.
River Rafting Trip Leader
level 4
Darf einen Raftingtrip vorbereiten und einen Konvoi bis Klasse 4 übernehmen
River Rafting Trip Leader level 5 Darf einen Raftingtrip vorbereiten und einen Konvoi bis Klasse 5 übernehmen
River Rafting Instructor
level 3
Darf Guides und Safety Kayakers level 2 und 3 ausbilden
River Rafting Instructor level 4 Darf Guides und Safety Kayakers level 2, 3 und 4
ausbilden
River Rafting Instructor level 5 Diese Kategorie existiert nicht mehr wegen das Verbots, Kurse in Klasse 5 durchzuführen
Safety Kayaker level 2, 3 oder 4 Wird Raftingfahrten beigleiten
Assessor
(Instructor Trainer)
Wird Instructoren level 3 und 4 ausbilden

4.2    Die Struktur der Ausbildung, die Zulassungsanforderungen sowie die Ausbil­dungs­­inhalte sind in den Ausbildungsrichtlinien Rafting (siehe Anhang) enthalten.

4.3    Die Rafting-Führer haben sich regelmässig weiterzubilden. Damit soll der er­reichte Stand erworbener Kenntnisse und Fähig­keiten gewährleistet und an weitere Entwicklungen angepasst werden.

4.4    Über die Anerkennung von Ausbildungsgängen und die Einstufung der Führer gemäss Ziff. 4.1 entscheidet die Rafting-Kommission SRF KomRaft nach Rücksprache mit den betroffenen Organisationen.

 

  1. Rechte und Pflichten von Rafting-Führern

5.1    Guides level2 bis level5 haben das Recht, im Konvoi und unter Aufsicht von Tripleadern ein Raft mit Kunden (ungeübte Mannschaft) auf ihnen bekannten Gewässern bis zu dem Schwierigkeitsgrad, für den sie ausgebildet wurden.

5.2    Tripleaders (TL) haben das Recht, einen Raftingtrip selbstständig vorzubereiten und durch­zuführen. Sie übernehmen die Verantwortung für ihr Boot und die Mit­ver­ant­wortung für den Konvoi (maximal 5 Rafts).

Tripleader (TL) dürfen ein Raft mit Kunden selber führen oder einen Konvoi übernehmen, bis zu dem Schwierigkeitsgrad  für den sie ausgebildet wurden.

5.3    Die in den Ziff. 5.1 und 5.2 genannten Schwierigkeitsgrade und Gruppen­grössen sind in der Praxis erprobte Zahlen. Sie müssen je nach Ver­hält­nissen, Schwierigkeitsgrad der Tour und Ausbildungsstand der Teilnehmer reduziert werden, können bei be­sonders günstigen Gegeben­heiten aber auch geringfügig erhöht werden. Vorbehalten bleiben strengere gesetzliche Regelungen der Kantone. In jedem Fall ist jedoch pro 5 Raft ein Tripleader einzusetzen.

  1. Veranstalter

6.1    Als Veranstalter gilt, wer den Entschluss zur Durchführung von Rafting-Touren fasst, diese ausschreibt, die dazu erforderlichen Vorberei­tungen trifft, den Ablauf bestimmt, die verantwortlichen Rafting-Führer einsetzt und die organi­sa­torische Leitung innehat.

6.2    Wer als Veranstalter auftritt, muss einen Trip Leader als technischen Leiter an­stellen oder selbst entsprechend ausgebildet sein.

6.3    Veranstalter und verantwortliche Trip Leader haben folgen­de Aufgaben:

  • Auswahl der Gewässer für Rafting-Touren
  • Beschaffung der erforderlicher Bewilligungen gemäss kantonalen gesetz­lichen Regelungen
  • Einsatz von amtlich geprüften Rafts gemäss gesetzlichen Bestim­mungen und Ausrüstung gemäss branchenüblichen Normen
  • Auswahl und allenfalls Schulung der eingesetzten Rafting-Führer
  • Erkundung mit der Bestimmung der Ein- und Ausstiegsorte
  • Festlegung der Besammlungsorte einschliesslich Parkplätzen für die Teilnehmer
  • Prüfung der meteorologischen und hydrologischen Voraus­setzun­gen
  • Schaffung eines Sicherheitsdispositivs (siehe Ziff. 8)
  • Rücksicht auf Natur und Umwelt bei der Organisation und Durch­führung von Rafting-Touren (siehe Ziff. 9)
  • Abschluss der erforderlichen Versicherungen für die Unterneh­mung, die Rafts und die Rafting-Führer (siehe Ziff. 10)
  • Instruktion und situationsangepasste Ausrüstung der Teilnehmer
  • Orientierung einschliesslich Information über die Risiken der beab­sichtigten Tour und über die Anforderungen an die Teilnehmer (siehe Ziff. 7)
  • Entscheid über spezielle situationsangepasste Massnahmen (Safety Kayakers, Safety Begleitfahrzeug, 2 Guides pro Raft usw.)
  • Entscheid über die Durchführung der Tour
  1. Anforderungen an die Teilnehmer von Rafting-Touren

7.1    Rafting bedingt eine gute gesundheitliche Verfassung der Teilnehmer. Personen mit gesundheitlichen Problemen sollten sich ärztlich beraten lassen oder von Rafting-Touren absehen.

         Der Veranstalter ist berechtigt, sich unterschriftlich bestätigen zu lassen, dass die Teilnehmer diese Voraussetzungen erfüllen.

7.2    Die Teilnehmer haben sich selbst gegen Unfall zu versichern.

7.3    Die Teilnehmer an Rafting-Touren haben die Weisungen des Veran­stalters und der Rafting-Führer zu befolgen.

7.4    Jeder Teilnehmer an einer vorgesehenen Rafting-Tour ist berechtigt, nach erfolgter Instruktion über die Risiken der Tour vom Vertrag mit dem Rafting-Führer oder Veranstalter zurückzutreten. Dies ist in den Geschäfts­bedingungen zu erwähnen.

         Nach Antritt der Tour ist ein Ausstieg nur mit Rücksicht auf die gege­benen Verhältnisse und auf die übrigen Mitglieder der Gruppe möglich.

7.5    Der Veranstalter ist berechtigt, eine Person von der Teilnahme auszu­schliessen, wenn er den berechtigten Verdacht hat, dass diese nicht in einer angemessenen körperlichen oder psychischen Verfassung ist (z.B. unter Einfluss von Alkohol oder andern Drogen).

  1. Sicherheitsdispositiv und Rettungswesen

8.1    Jeder Rafting-Führer kennt das Sicherheitsdispositiv für das zu befahrende Gewässer und hat die vorgesehenen Massnahmen getroffen (Vorab­klärun­gen, Ausrüstung, Information).

8.2    Jeder Rafting-Führer ist berechtigt, bei auftretenden Schwierigkeiten die weitere Befahrung an der nächst gelegenen Ausstiegsstelle zu beenden.

8.3    Jeder Konvoi führt eine wasserdicht verpackte Notfallapotheke sowie die weiteren situationsbedingten Rettungsmaterialien mit. Die Rafting-Führer leisten bei Unfällen Erste Hilfe.

8.4    Der verantwortliche Rafting-Führer ent­scheidet, ob Hilfe von aussen anzufordern ist (Ret­tungs­flugwacht, Arzt, Spital). Den berechtigten Wünschen einer verun­fallten Person ist Rechnung zu tragen.

8.5    Bei Unfällen ist möglichst umgehend der Veranstalter zu avisieren.

8.6    Bei schweren Unfällen benachrichtigt der Veranstalter bzw. der verant­wortliche Rafting-Führer (Tripleader oder ein von ihm beauftragter Guide) die Polizei.

  1. Natur und Umwelt

9.1    Veranstalter und Rafting-Führer schonen Natur und Umwelt. Sie arbeiten mit Natur- und Umweltschutzorganisationen zusammen. Sie sorgen insbe­sondere für umweltschonende Zu- und Ausstiege bei den befahrenen Gewässern, für rücksichtsvolles Verhalten gegenüber der Natur unterwegs und für ein gutes Einvernehmen mit Anstössern und andern Flussbenützern.

9.2    Veranstalter und Rafting-Führer fördern bei den Rafting-Teilnehmern das Verständ­nis für Natur und Umwelt durch gute Organisation und gezielte organisatorische Massnahmen.

  1. Versicherungen 10.1  Veranstalter und Rafting-Führer versichern sich ausreichend gegen Haft­pflicht.

 

10.2  Die Haftpflichtversicherung kann umfassend vom Veranstalter abge­schlos­sen werden.

 

 

  1. Schlussbestimmung / Weiterentwicklung

 

11.1  Diese Richtlinien gelten ab 2005. Sie werden laufend weiter bearbeitet und auf Grund der Erfahrungen aktualisiert.

 

11.2  Veranstalter, die mit Konvois auf WW 3 und höher unterwegs sind, müssen die technische Leitung einem Guide 2 / Tripleader Rafting übertragen, soweit sie nicht selbst über die entsprechende Ausbildung verfügen. In den Jahren 2003 und 2004 ausgebildete Guide 2 besitzen diese Qualifikation. Ab 2005 ist die Tipleader-Qualifikation in einem separaten Modul zu erwerben.

 

11.3  Im Sinne einer Übergangsregelung für WW 1 und 2 muss auf diesen Ge­wäs­sern die verlangte Anzahl Guides (siehe Pt. 5.) mindestens die Quali­fi­ka­tion Guide 1 besitzen. Ab 2006 muss der Tripleader auch hier die spezielle Qualifi­kation erworben haben.

 

  • 4 Vorbehalten bleiben strengere gesetzliche Be­stim­mungen der Kantone für das kommerzielle Rafting.

 

 

 

 


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